hamann, giger, schlösser laden ein:

Folge 2:

8. & 9. Feb. 2020

im Theaterdiscounter
Klosterstr. 44
 

Seminar: Donnerstag, 8. Feb. 2020, 14 - 18h: Anmeldung: paradoxien.denken.ueben@gmail.com
Vortrag: Donnerstag,   8. Feb. 2020, 20h, ohne Anmeldung

Abendmenü: Freitag,  9. Feb 2020, 19h (ca. 3h): Anmeldung: fragilesuppers@gmail.com



Seminar, Vortrag und Abendmenü können unabhängig voneinander und einzeln besucht werden.

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08. Feb 2020:
paradoxien. denken. üben.
Liebe im emotionalen Kapitalismus

mit Robert Blättermann


Seminar

14 -18h

"Zu keiner anderen Zeit waren die Erwartungen, die man an Liebesbeziehungen hat, so groß wie heute. Zu keiner anderen Zeit wurde es gleichsam als so schwierig erlebt, den oder die „Richtige“ zu finden. Wir verlieben uns in andere Menschen, aber wir verlieben uns in einem neoliberalen Kapitalismus, welcher unsere ganz individuellen Beziehungen gesellschaftlich strukturiert. Im Seminar werden verschiede Aspekte der Liebe im Spiegel der Gesellschaft diskutiert. Wir sprechen über Kapitalismus und Frauenunterdrückung, über Bestätigungssehnsucht und Selbstoptimierung, über toxische Beziehungen zwischen Macht und Machtlosigkeit, über inszenierte Gefühle im emotionalisierenden Kapitalismus, über verunsicherte Menschen als Liebeswaren."  



Teilnahmegebühr für Seminar inkl. Vortrag:

10€ - 30€ je nach Selbsteinschätzung

(Honorar für Christoph)
 

Für das Seminar bitte anmelden, da die Teilnehmer*innenzahl begrenzt ist:
bitte mit Angabe, für welche Folge - an diese Adresse (und bitte mit drei Zeilen über dich):

paradoxien.denken.ueben@gmail.com


 

Vortrag 

20h

 

„Die Liebe. Sie gilt als die schönste Sache der Welt, aber doch wissen wir alle, dass sie ganz schön kompliziert sein kann. In der Liebe verbinden sich Mischformen von menschlichen Erfahrungen, die zu allen Zeiten die Menschen umgetrieben haben. Sie geht mit ihrem Gegenteil, dem Hass, schwanger. Sie strebt ins Freie und verbindet sich mit Macht und Herrschaft. Sie ist die Hingabe, die in die Ausbeutung fallen kann. Sie rührt an den Sinn des Lebens und fungiert als Ersatz dafür. Die Erlebnis- und Fühlformen der Liebe sind mit den Verhältnissen der menschlichen Gesellschaft und deshalb auch mit Klassenverhältnissen verwoben. Im Vortrag werden ausgewählte Linien der Liebe in der menschlichen Geschichte präsentiert, wie auch ihre befreienden und knechtenden Potentiale diskutiert." 

Robert Blättermann ist Literaturwissenschaftler und Mitorganisator des Marx is Muss Kongresses. Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Marxismus, Kunst und Psychologie". In den vergangenen Jahren arbeitete er für die Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag und die Bundesgeschäftsstelle der LINKEN.


 

Teilnahmegebühr nur Vortrag am Abend:

5-10€ nach Selbsteinschätzung

Vorwissen ist nicht erforderlich, wertschätzende Haltung schon.
Die Teilnahme ist für alle Interessierten offen.


Für den Vortrag am Abend reicht es, unangemeldet zu kommen.

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09. Feb. 2020:

the fragile suppers 

nicht-künstlerische kunstpraxis mit gemüse

 

 


Abendmenü
19h (ca. 3h)

 

Der einzige Grund, warum wir ins Theater gehen, sind doch die Häppchen und der Sekt nach der Vorstellung, wie man so sagt und weil wir so gerne anschlussfähig nebeneinander stehen und dazugehören wollen, obwohl wir eigentlich so sozialphobische Ängste pflegen. 

 

Machen wir also daraus einen Abend, ungerichtet, dafür mit Gericht.

 

An diesem Abend verzichten wir ganz auf das Theaterstück. Wir drehen die Spieße um und stellen warme Töpfe in die Mitte unserer Begegnung. Wir wollen uns dabei zusehen, wie wir uns dabei zusehen, wie wir zusammen kochen, essen und reden und dabei hoffentlich ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln - im Ungewissen. Wie das geht, wissen wir selber nicht genau. 

Im Theater als Ort des Vakuums von Bringschuld, performativen Produkt und Schaffens-Druck, wollen wir mit dir “unproduktive” Zeit vergehen lassen und dabei höchstens verstehen, was passiert, wenn überhaupt gar nichts passiert.

 

Also, anders: wir wollen gerne mit dir zusammen Ästhetiken, Themen, Ängste und Narrationen, die uns bewegen, besprechen, wir wollen unterschiedliche Menschen zusammensetzen und kennenlernen, weil wir uns doch sonst immer so aneinander vorbei verlaufen. Wir wollen dabei unsere Unsicherheiten nicht hinter Machttechniken verstecken. Können wir individuelles Expertentum, Rollenfunktionen, Redeverhalten-Muster und sonstige Identitäts-Spender sabotieren, in dem wir sie für die Dauer der Veranstaltung versuchen nicht zu bedienen? Wir werden dabei natürlich  scheitern, aber immerhin gemeinsam.
Verletzlichkeit reloaded.

 

Mit unbekannten Menschen also, die schüchtern und zweifelnd genug sind, wollen wir fragend nach Fragen Ausschau halten. Wer Antworten liefern kann, ist selber schuld und darf weiterkochen. Es soll ja schmecken. 

 

Du wirst mit 10-20 anderen Gesichtern in einem Theaterraum zusammentreffen, wir sorgen für weite Essensauswahl, Utensilien und Mobiliar und achten auf die Vorgabe der rituellen, zeremoniellen 3-4 h Zeitachse, die eingehalten wird.

 

Teilnahme kostenfrei.
Da die Teilnehmer*innenzahl beschränkt ist, bitten wir um Anmeldung für welche Folge/ Datum - an diese Emailadresse (und bitte drei Zeilen über dich): fragilesuppers@gmail.com